Weltort der Naturforschung: Senckenberg
Schlussbericht von der Senckenberg Convention: Exhibit Nature & Explain Science
„Senckenberg hat die Chance, zum Weltort der Naturforschung zu werden“, so formuliert Generaldirektor Volker Mosbrugger den Anspruch von „Projekt Senckenberg“. Das Ausbauprogramm sieht eine Erweiterung des Naturmuseums von 7.000 auf 13.000 qm vor und eine Rundum Überarbeitung des Ausstellungskonzeptes. In Frankfurt entsteht das größte Naturmuseum Deutschlands, das in der Champions League der Naturmuseen mit Paris, London, New York oder Shanghai steht.
Mosbrugger wählte für die Bekanntgabe seines Projektes das internationale Expertentreffen „Exhibit Nature & Explain Science“ im Senckenberg Naturmuseum. 70 Fachleute unterschiedlicher Disziplinen von der Ausstellungsgestaltung über die Museumsarchitektur bis zur Naturphotographie, der TV-Dokumentation, der Bionik, des Gaming und der Social Media waren aus den USA, Frankreich, Großbritannien, den Benelux-Staaten, der Schweiz und Österreich nach Frankfurt gekommen, um ihre Positionen zum Naturmuseum der Zukunft einem Publikum von rund 350 Museumsleuten, Ausstellungsmachern und Wissenschaftsjournalisten vorzutragen. weiterlesen
Zur Pressekonferenz brachte Senckenberg-Präsident Dietmar Schmid gleich zwei langjährige Senckenberg-Förderer und Fans mit: Bankier Friedrich von Metzler, dessen Ahnen schon bei der Gründung der Senckenberg Naturforschenden Gesellschaft 1817 dabei waren. Mit Blick auf den finanziellen Kraftakt des Museumsausbaus verriet er, seine Familie habe gelernt, dass Museen „gierige Monster“ seien und deutete an, dass die Metzlers auch weiterhin zur Fütterung bereit stünden. Bernd Loewen, Vorstand der KfW Bankengruppe, Senckenberg-Nachbar und Finanzier des nachhaltigen Wirtschaftens weltweit („Wir fördern weltweit Naturschutzgebiete von der Größe der Bundesrepublik“) freut sich auf die Unterstützung der ambitionierten Pläne in unmittelbarer Nachbarschaft des KfW-Headquarters in Frankfurt. Denn Frankfurt muss thematisch diversifizieren, sich breiter aufstellen und Senckenberg bietet sich als „Leuchtturm“ für ein Green City Konzept an.
„Exhibit Nature & Explain Science“ präsentierte „state of the art“ in Sachen Naturmuseum. Auf dem zweitägigen Kongress boten die Vortragenden die gesamte Spannweite der Positionen: Exponate oder Medien-Einsatz, Wunderkammer oder Welterklärungsmaschine, „Zurück zur Natur“ oder „Flucht nach vorn“, Engagement oder wissenschaftliche Analyse, auratisches Objekt oder Prozess und System-Darstellungen, Science Center oder klassische Sammlung, Wissenschaftsvermittlung und Bürgerbeteiligung (Citizen Science), Green Buildung und ikonographische Architektur, Nüchternheit der Aufklärung oder Faszination und Wiederverzauberung, Interaktivität und Raumschiff Erde oder Bescheidenheit und Respekt, Schaufenster der Forschung oder Archiv der Wissenschaftsgeschichte, Besucher zentrierte Vermittlung oder Staunen & Wundern. Um es vorweg zu nehmen, ein entschiedenes „Sowohl Als Auch“ wird wohl die Antwort sein, die Senckenberg mit der Neukonzeption geben will. Es wird darauf ankommen, Widersprüche auszuhalten und Spannungen entstehen zu lassen, die die Besucher elektrisieren, dabei das Naturverständnis und das Engagement auf eine solide Wissensbasis stellen.
Christian Schwägerl (Spiegel-Journalist und Bestseller-Autor („Menschenzeit“) beschrieb die Zeitenwende, auf die auch ein Naturmuseum eine Antwort geben muss: Nur noch 23 Prozent der Erdoberfläche sind Wildnis, ¾ der Erdoberfläche sind von Menschenhand gestaltet, wir leben längst in einer „Kulturnatur“ und müssen uns als dominante Art der Verantwortung für das Raumschiff Erde stellen. Darauf sollte ein Museum als gesellschaftlicher Ort für Wissensvermittlung und Plattform für den öffentlichen Diskurs vorbereiten.
Naturmuseen gelten noch immer als Domäne der Schulklassen und Kinder und damit im Musenhimmel als Museen niederer Kategorie. Joachim Müller-Jung (FAZ) berichtete von den Fortschritten, in einer überwiegend geisteswissenschaftlich ausgebildeten Redaktion, naturwissenschaftliche Themen im Feuilleton zu etablieren. Die FAZ habe vor mehr als zehn Jahren die „Dritte Kultur“ proklamiert also die Interdependenzen von Kunst & Kultur mit Wissenschaft & Technik ins Zentrum der Feuilleton-Debatten zu rücken. „Mehr Humboldt und weniger Goethe“, auf diese Formel brachte auch Peter Arens (ZDF / Terra X-Erfinder) seine Programm-Philosophie, die dem Bildungs-Dünkel gegenüber den Naturwissenschaften Paroli bietet. Dabei hätte sich Goethe, auf dessen Anregung die Gründung der Senckenberg Naturforschenden Gesellschaft zurückgeht, ebenso als Wissenschaftler wie als Literat verstanden, denkt man beispielsweise an seine Farbenlehre, so Arens. Angesichts der Probleme im Umgang mit den Ressourcen müsste gerade in den Eliten ein neues Verständnis für das System Erde-Mensch geschaffen werden. Darauf hatte schon Volker Mosbrugger in seiner Konzeptvorstellung hingewiesen.
Die Panels zu den Themen Natur & TV, Infographik und Photographie zeigten, wie die digitale Moderne die Wahrnehmung und das Rezeptionsverhalten revolutionieren: Hamster auf Augenhöhe und in Zeitlupe, Luftaufnahmen von Umweltkatastrophen, Satelliten („Öko-Big Brothers“) aus dem All, Klimamodelle und Visualisierungen von Prozessen dokumentieren die Eingriffe, Abläufe und Kettenreaktionen in der Natur. Peter Arens (ZDF) und Mike Gunton (BBC), Peter-Matthias Gaede (GEO), Christoph Drösser (Die Zeit) zeigten, dass die digitale Moderne auch die künftigen Museumsbesucher in ihren Erwartungen an die Museumspräsentation prägen wird. In diesem Wettbewerb muss das Museum bestehen können und seine Stärken ausspielen.
Gerade das Naturmuseum gehört in vielerlei Hinsicht zur museologischen Avantgarde. Am Anfang des Naturmuseums zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde im Blick auf das enorme Publikumsinteresse die Trennung von Schau- und Forschungssammlung (Senckenberg 1907) verwirklicht, in den 1960er Jahren revolutionierte in Deutschland Bernhard Grizimek mit seinen Tier-Sendungen im neuen Massenmedium Fernsehen die Naturwahrnehmung. Der Frankfurter Zoo-Direktor verstand die Funktionsweise der Massenmedien, die Personalisierungen braucht und auf immer neue Helden angewiesen ist. Bei Senckenberg war es Wilhelm Schäfer, der mit seiner didaktischen Neukonzeption der Sammlung auf diese Entwicklung nach mehr Zusammenhangswissen reagierte. Und auch zu Beginn des 21. Jahrhunderts wird sich das Naturmuseum in seiner eigenen konzeptionellen Evolution wieder den neuen Seh- und Lerngewohnheiten anpassen müssen. Auf der Tagung waren es Erick Mata von der Internetplattform „Encyclopedia of Life“ (USA) und Caroline Breunesse (Naturalis/Leiden, NL), die zeigten, wie sich im Internet „digitale Parallelwelten“ mit Museen und Forschungseinrichtungen verquicken. Amateurforscher laden ihre Beobachtungen auf Wikipedia-artige Websites hoch, Museumsbesucher werden zu „heavy users“, die diverse Mitmach-Formate des Museums nutzen und permanent in Kontakt mit dem Hause ihrer Leidenschaft und dessen Communities stehen.
Auf dieser Spur bewegten sich auch die Vorträge von Johannes Vogel, dem neuen Generaldirektor des Berliner Naturkundemuseums, der aus London kommend Konzepte der Partizipation und des Involvements in den deutschen Museums-Diskurs einbringen wird. Von der Mutter aller Naturkundemuseen, dem Natural History Museum London, berichtete Julian Weyer (C.F.Moeller Architekten, Kopenhagen), der das 2009 eröffnete Darwin Centre (London) vorstellte. Ein Bau, der die Forschung im Museum ausstellt, die Besucher können den Wissenschaftlern über die Schulter blicken und einen Eindruck davon gewinnen, wie das Neue in die Welt kommt. In Zeiten knapper Kassen braucht die Forschung solche Schaufenster, um ihre Bedeutung für die Steuerung des Raumschiffes Erde auch öffentlich zu zeigen und Forschungsmittel zu legitimieren. Noch einen Schritt weiter ging Jochen Hunger (Erlangen), der Konzepte vorstellte, mit denen die Besucher selbst zu Forschern werden also nicht lediglich Wissenschaft bewundern, sondern selbst an ernst zu nehmenden Fragen arbeiten können.
Die Präsentationen der Museumsarchitekten förderten einen Bauboom dieses Museumstypus ans Tageslicht. Jenseits der medialen Aufregung, die jedes spektakuläre Kunstmuseum begleitet, sind weltweit und in aller Stille zahlreiche Projekte in der „pipeline“. Besonders in China, aber auch in den USA hat man das Naturmuseum als touristischen Attraktor entdeckt. Mit der umfassenden Urbanisierung der Welt (From Planet Earth to Urban Planet) wird die Natur zunehmend zum Rätsel, zur Gefahr und zum Faszinosum. Das Naturmuseum hat die Chance zum zentralen Knotenpunkt im Natur-Diskurs zu werden. Denn weit über die Kernklientel der Kinder und Familien entdecken Wirtschaft und Kultur die Expertise der Forschungsmuseen zum Beispiel für die Risikoabschätzung und das kulturelle Selbstverständnis des Menschen. Wie stark auch das Interesse der Künstler an naturwissenschaftlichen Themen ist, zeigt die unmittelbar nach dem Senckenberg-Kongress eröffnete Documenta 13 in Kassel, die von manchen Kunstkritikern bereits als „Ökomenta“ ironisiert wird.
Wolf D. Prix von Coop Himmelb(l)au plädierte dafür, sehr sorgfältig und vorausschauend zu planen. Er selbst ist seit über einem Jahrzehnt mit dem Museumsprojekt in Lyon beschäftigt. Sein Plädoyer galt dem ikonographischen Bauen, gerade das Naturmuseum brauche eine starke architektonische Geste. Peter Kulka vertrat die entgegen gesetzte Position und zeigte am Beispiel des von ihm sanierten Dresdener Hygiene-Museums (Wilhelm Kreis), wie eine einfühlsame Modernisierung funktionieren kann. Stefan Behnisch präsentierte mit dem Stralsunder Ozeaneum, wie sich beides im Stadtkontext miteinander verbinden lässt. Andrew Whalley von Grimshaw stellte mit Eden Projekt (Cromwall) ein Beispiel vor, wie sich ein Botanischer Garten in einem ökologisches Katastrophengebiet angelegt als Motor regionaler Entwicklung erweist. Andrew Sedgwick von ARUP präsentierte den Klassiker des Green Building Naturmuseums: die California Academy of Sciences. Architekt Renzo Piano platzierte markante mit Bullaugen verzierte Grashügel auf dem Dach (Frankfurter denken spontan an die Städel-Erweiterung), die das Gebäude selbst zum grünen Exponat machen, ganz im Sinne von Manfred Hegger, dem Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen, der das Architekturpanel eröffnet hatte. Seine Studenten stellten ihre Visionen für die Senckenberg-Erweiterung in einer kleinen Ausstellung im Rahmen des Kongresses aus.
Das Szenographie-Panel versammelte die augenblicklich wichtigsten Ateliers, die in ihren Präsentationen wahre Feuerwerke von opulenten Ausstellungen zeigten. HG Merz und Philipp Teufel rekurrierten auf die Wunderkammer-Konzepte des 17. Jahrhunderts, Atelier Brückner plädierte für Ausstellungskonzepte, die sich rasch veränderten Bedürfnissen anpassen können („Das Museum gleicht einer Schiffswerft“), die mitwachsen und die sich nachjustieren lassen. Es scheint ein Irrglaube zu sein, mit einem großen Wurf das Thema Ausstellung im Sinne einer Dauerausstellung für Jahrzehnte erledigen zu können. In Luzern denkt man gar daran, die Dauerausstellung ganz aufzugeben. Tim Ventimiglia und Phillip Tefft von Ralph Appelbaum (London/New York, Peking), die den Zuschlag für das Humboldt Forum im Berliner Stadtschloss erhalten haben, präsentierten in einem Parforceritt ihre anglo-amerikanischen Ausstellungskonzepte, die allesamt sehr stark auf das Publikumsinteresse zugeschnitten sind. Museen finanzieren sich dort überwiegend selbst und betrachten deshalb ihre Besucher als Kunden, die zufrieden gestellt sein wollen.
Welche Rolle die „immersiven Medien“ für die Publikumsbegeisterung spielen, machte Stephan Oettermann (Asisi Panometer) an der über 200jährigen Geschichte des Mediums Panorama klar, das im Augenblick seine Wiederentdeckung (Amazonien, Everest, Pergamon) erlebt. Charlotte Tamschick und die anderen Sprecher des Panels „Software-Driven Spaces“ zeigten, wie sich interaktive Wissensräume und Informationslandschaften gestalten lassen. Mit Joachim Sauter (Art+Com), Thomas Hundt (jangled nerves) und Sebastian Oschatz (Meso) zeigten die internationalen Protagonisten, wohin die Reise gehen könnte.
Am Abend des ersten Kongresstages waren die Kongressteilnehmer zum Get-together ins Senckenberg Bistro by Gerd Käfer geladen, während unten im Sauriersaal das frankfurter Publikum zum Science Slam strömte. Das Konzept: Junge Wissenschaftler präsentieren ihre Arbeit auf eine allgemein verständliche, witzige Weise und buhlen um den Applaus des Publikums. Der Gewinner erhielt den „Bembel der Weisheit“. Neue Präsentationsformen von Wissenschaft wurden in Aktion gezeigt und das „Projekt Senckenberg“ in die Stadtgesellschaft getragen.
In seinem ersten Resümee stellte Mosbrugger, Generaldirektor Senckenberg, fest, dass es bei der weiteren Museumsplanung für Senckenberg nicht darum gehen könne, Widersprüche aufzulösen, sondern sie stattdessen selbst auszustellen, auszuhalten und im Sinne einer spannungsreichen Präsentation unter einen Hut zu bekommen. Das Senckenberg-Schlüsselwort sei „Diversität“ und das gelte auch für Museumsarchitektur und Präsentationsformen. Das „Projekt Senckenberg“ sei der Versuch, den Transformationsprozess von Senckenberg zum Thema der interessierten Öffentlichkeit zu machen. Die Gesprächsfäden werden über die Internetplattform „Projekt Senckenberg“ (http://future.senckenberg.de) zusammen gehalten und Workshops und Veranstaltungen werden daraus in naher Zukunft entstehen.
Eines, so Mosbrugger, sei für ihn deutlich geworden: „Unsere Themen brauchen Helden, um verständlich zu sein und Engagement zu fördern.“ Helden wie den Photographen und Umweltaktivisten J Henry Fair, der vom Flugzeug aus, die Umweltkatastrophen dieser Erde dokumentiert und bei „Exhibit Nature & Explain Science“ aufgetreten war oder auch einzelne Spezies, die zu Stars werden wie der gelbe, abfärbende Frosch, den Senckenberg-Forscher dieser Tage entdeckt haben. Faszination braucht Personalisierung.
Mosbrugger dankte Westermann Kommunikation für die inhaltliche Vorbereitung und Organisation des Kongresses sowie allen, die diesen Kongress ermöglicht hatten: allen voran den Sponsoren: die Deutsche Bundesstiftung Umwelt, Panasonic, AV Lang, Goppion, Hinrichs Licht + Druck und dem Senckenberg Hauptsponsor, der KfW Bankengruppe.
Weitere Infos und Pressemeldungen finden Sie unter: http://future.senckenberg.de
Auf der Homepage sehen Sie auch die Facebook-Seite, auf der Publikumsreaktionen,
Pressestimmen und weitere Hinweise zum Thema Naturkundemuseum dokumentiert sind.
Weitere Informationen:
Projekt Senckenberg
Westermann Kommunikation
Helmut M. Bien
Tel.: 06132-780087
Mail: info@westermann-kommunikation.de
Programm / Zeitplan von Exhibit Nature & Explain Science am 6. / 7.6.2012
Zeit- und Ortsangaben sowie Angaben zu den Sprechern ohne Gewähr, Stand 31. Mai 2012)
Mittwoch, den 6.6.2012
9:30 Uhr: Öffentliche Pressekonferenz / Sauriersaal Das „Projekt Senckenberg“ – Senckenberg in Transition
Mit Dietmar Schmid (Präsident der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung), Prof. Dr. Dr. Volker Mosbrugger (Generaldirektor Senckenberg), Friedrich von Metzler, Bankhaus B. Metzler (Stv. Vorsitzender des Kuratoriums), Bernd Loewen (Vorstand der KfW Bankengruppe), Helmut M. Bien (Westermann Kommunikation)
11:00 Uhr: Exhibit Nature & Explain Science: Impuls-Vorträge: Auf dem Weg von Planet Erde zu Urban Planet / Aula Moderation: Gert Scobel (3Sat, Mainz)
Dritte Kultur: Joachim Müller-Jung (FAZ), Anthropozän: Christian Schwägerl (u.a. Der Spiegel), Bionik-Scionic: Prof. Dipl.-Ing. Axel Thallemer (Linz), Citizen Science: Dr. Erick Mata (EOL – Encyoclopedia of Life, USA), Serious Games: Prof. Dr. Gundolf S. Freyermuth (Cologne Game Lab), Nature Deficit Disorder: Prof. Dr. Tilman Allert ( J.W. Goethe-Universität)
PAUSE: 12:30 – 13:30 Uhr
13.30 – 14.30 Uhr: Natur & TV: Wissensvermittlung im Fernsehen / Aula
Peter Arens (ZDF-Hauptredaktion Kultur und Wissenschaft), Prof. Dr. Harald Lesch, (Astronom, Philosoph, TV-Moderator: Abenteuer Forschung), Andreas Kieling (Tier-Dokumentarist), Wendy Drake (Head of BBC Nature History Unit), Mike Gunten (Creative Director, BBC Nature History Unit)
Parallele Themenblocks
14:30 Uhr: Wissenschaftsjournalismus & Neue Medien / Sauriersaal
Marc Scheloske (SciBlogger), Alexander Stirn (Wissenschaftsjournalist, München), Dr. Tobias Maier (ScienceBlogs.de), Prof. Dr. Annette Leßmöllmann (Hochschule Darmstadt) Kooperationspartner: WPK – die Wissenschaftsjournalisten, Bonn
14:30 Uhr: Marktplatz der Ideen: Die Welt der Exponate (Vorträge) / Festsaal
David Maas (Brainpets, Berlin), Dominik Rinnhofer (pxng.li, Karlsruhe) , Prof. Dr. Peter Gerjets (Institut für Wissensmedien, Tübingen), Detlev Gregorczyk (Bigger Nature), Matthias Farke (Glas Hahn, Frankfurt/M.)
14:30 Uhr: Edutainment versus Citizen Science / Aula
Dr. Tobias Wolff (Universum Bremen), Sebastian Pedersen (Lekkerwerken, Wiesbaden), Bernhard Kehrer (studio klv, Berlin)
15.30 Uhr: In Bildern denken: Bildgebungsverfahren und Infographik / Aula
Prof. Dr. Dr. Olaf Breidbach (Wissenschaftshistoriker, Ernst-Haeckel-Haus, Jena), Christoph Drösser (Die Zeit), Jan Schwochow (Golden Section Graphics)
15:30 Uhr: Der Masterplan für das Naturmuseum der Zukunft / Sauriersaal
Caroline Breunesse (Naturalis/ NL), Dr. Britta Allgöwer (Naturmuseum Luzern/CH), Prof. Dr. Johannes Vogel (Museum für Naturkunde, Berlin), Prof. Dr. Dr. Volker Mosbrugger (Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung)
PAUSE: 16:30 – 17:00 Uhr
17:00 Uhr: Die Macht der Bilder: Bildsprachen der Naturwahrnehmung / Aula
Peter-Matthias Gaede (Chefredakteur GEO, Hamburg), J Henry Fair (Photograph und Umweltaktivist, New York/USA)
18:00 Uhr: Heureka – Neue Formate der Wissenschaftskommunikation / Aula
Stephan Andreae (Künstler, Kurator Bundeskunsthalle Bonn), Prof. Dr. Henning Lobin (Performing Science / Uni Gießen), Markus Weißkopf (Wissenschaft im Dialog, Berlin), Prof. Dr. Bruno Deiss (Physikalischer Verein, Frankfurt/M.)
PAUSE: 19:20 – 20:00 Uhr: Get-together
20:00: Frankfurter Science Slam zu Gast bei Senckenberg / Öffentliche Abendveranstaltung im Sauriersaal
Kooperationspartner: Prof. Dr. Bruno Deiss (Physikalischer Verein), Moderation: Roberto Cappelluti (hr fernsehen). Es präsentieren: Achim Reisdorf (Basel), Sebastian Lotzkat (Frankfurt/M.), Falko Brinkmann (Karlsruhe), Bertram Bühner (Frankfurt/M.) u. Manuel Pescher (Frankfurt/M.)
Donnerstag 7.6.2012
Moderatoren/Gastgeber: Dr. Bernd Herkner (Museumsleiter, Senckenberg Frankfurt/M.) und Prof. Dr. Willi Xylander (Direktor, Senckenberg Görlitz)
9:30 Uhr: Naturmuseen – Green Buildings / Aula
Prof. Manfred Hegger (DGNB – Architekt und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen), Sabine Djahanschah (DBU – Deutsche Bundesstiftung Umwelt), Prof. HG Merz (Stuttgart/Berlin)
Parallele Themenblocks
10:00 Uhr Architekturprojekte für Naturkunde Museen / Aula
Lyon: Prof. Wolf D. Prix (Coop Himmelb(l)au, Wien), Paris: Bertram Beissel (Atelier Jean Nouvel, Paris), Shanghai: Daniel Festag (ehem. Perkins + Will), London: Julian Weyer (C.F. Møller, Kopenhagen), Ozeaneum: Prof. Stefan Behnisch (Behnisch Architekten, Stuttgart), Eden Project: Andrew Whalley (Grimshaw Architects, London), Weltweite Projekte: Andrew Sedgwick (ARUP), Dresden: Prof. Peter Kulka
10:00 Uhr: Neue Ausstellungskonzepte: Von Sex bis Tod / Festsaal
Julia Bergener (Stuttgart), Dr. Gerd Hoffmann-Wieck (Kiel), Jürg Nigg (Bern), Otto Steiner (Sarnen/CH), Dr. Manfred Verhaagh (Karlsruhe), Dr. Gerhard Aubrecht (Linz), Gabriele Karau (Triad, Berlin)
PAUSE: 13:00 – 14:00 Uhr Mittagspause
14: 00 Uhr Szenographie für Naturkunde Museen / Aula
Prof. Uwe Brückner (Atelier Brückner, Stuttgart), Prof. Philipp Teufel (edi – Exhibition Design Institute, FH Düsseldorf), Prof. Tristan Kobler (Kobler Holzer, Zürich), Tim Ventimiglia / Phillip Tefft (Ralph Appelbaum, New York / London), Dr. Stephan Oettermann (Asisi Visual Culture GmbH), Francois Confino (Confino sarl Museum & Exhibition Design, Lussan/F), Jochen Hunger (Erlangen)
14:00 Mediale Räume – Software Driven Spaces/ Festsaal
Charlotte Tamschick (Tamschick Media+Space, Berlin), Prof. Lars U. Bleher (Atelier Markgraph, Frankfurt/M.), Prof. Thomas Hundt (jangled nerves, Stuttgart), Prof. Joachim Sauter (Art+Com, Berlin), Sebastian Oschatz (MESO, Frankfurt/M.)
PAUSE: 16:30 – 17:00 Uhr
17:00 Uhr: Finale / Ausblick / Empfang des Senckenberg-Direktoriums, Präsidiums und Kuratoriums
Zwölf Fortbildungspunkte für Senckenberg Kreativgipfel Exhibit Nature & Explain Science
Die Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen vergibt zwölf Fortbildungspunkte für den Besuch der Senckenberg Covention: Exhibit Nature & Explain Science am 6. + 7.6.2012 an ihre Mitglieder.
Weltweit zeichnet sich ein Bau-Boom für Naturmuseen ab. Zwischen Shanghai, Los Angeles und eben Frankfurt sind große Projekte in Vorbereitung, die die Themen Biodiversität und Klimawandel thematisieren, aber auch der touristischen Aufwertung der Destinationen dienen.
In Vorbereitung auf den Erweiterungsbau des Senckenberg Naturmuseums in Frankfurt, treffen sich Museums-Experten, Ausstellungsgestalter und Architekten zu einem „Kreativgipfel“ in Sachen Naturmuseum der Zukunft. weiterlesen
Frankfurter Science Slam zu Gast bei Senckenberg
Öffentliche Abendveranstaltung anlässlich von Exhibit Nature & Explain Science am Mittwoch 6.6.2012 um 20.00 Uhr. Tickets für die Slam Night gibt es hier
Was Sie erwartet: Junge Wissenschaftler treten an, um Ihnen die Welt zu erklären –
oder zumindest ein winziges Stück davon. Ob Wissenschaft im Alltag oder faszinierende Forschung: Sie werden staunen. Jeder Referent hat höchstens zehn Minuten für zündende Ideen, witzige Einlagen, überraschende Pointen – und (hoffentlich) maximale Verständlichkeit.
Wer den „Bembel der Weisheit“ gewinnt, entscheiden Sie!
Moderator Roberto Cappelluti vom hr fernsehen moderiert.
Programm-Koordination: Prof. Dr. Bruno Deiss, Physikalischer Verein
Hier die Science Slamer, die im Sauriersaal des Senckenberg auftreten werden:
Dino-Leichen, wie habt ihr euch verändert!
Achim Reisdorf, Geologisch-Paläontologisches Institut, Universität Basel, Schweiz
Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?
Sebastian Lotzkat, Senckenberg Forschungsinstitut, Sektion Herpetologie
Medicine goes nano – auf die Größe kommt es an!
Falco Brinkmann, Institut für Nanotechnologie, Karlsruher Institut für Technologie (KIT)
Jetzt wird es schmutzig: Wolkige Kontaktvermittlung für Wassermoleküle
Bertram Bühner, Institut für Atmosphäre und Umwelt, Goethe-Universität Frankfurt
Was uns tanzende Moleküle über Struktur und Funktion verraten!
Manuel Pescher, Institut für Biophysik, Goethe-Universität Frankfurt
Exhibit Nature & Explain Science – Senckenberg International Convention
Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung plant für dieses Jahr die zweitägige Veranstaltung „Exhibit Nature & Explain Science“ (6./7.Juni 2012). Mit diesem Experten-Treffen startet das „Projekt Senckenberg“, der Veranstaltungszyklus zum Senckenberg-Ausbauprogramm.
Die Eröffnung sowie der erste Tag werden ganz im Zeichen der Medien stehen. Film, Funk & Fernsehen, Presse, Photographie und Fachzeitschriften, aber auch Ausstellungen, Science Centers und Museen, schließlich Blogs und Festivals bieten eine Vielfalt von Medien und Formaten an, neue Befunde, Theorien und Fragestellungen zu vermitteln, sich über Forschungsergebnisse zu verständigen, oder mit wissenschaftlichen Argumenten zu gesellschaftlichen Zukunftsthemen zu intervenieren.
Wissenschaft liefert heute den Stoff für Unterhaltungsshows, Wissenschaft erschließt neue Bilderwelten im Mikro- und Makrokosmos. Der Wissenschaftsbetrieb wirbt um finanzielle Mittel und entwickelt sein eigenes Star-System. Neue Strategien der Vermittlung verändern Ansprüche und Erwartungen: die Macht der Bilder nimmt zu, Erkenntnisse verbinden sich mit Personen, Kampagnen setzen Themen, Events pushen sie, Schlüsselworte und Begriffe von Biodiversität bis Waldsterben machen Karriere. Eine wachsende Zahl von Menschen nimmt Anteil und erhält zu vormals verschlossenen Welten Zugang, partizipiert bisweilen sogar an der Evaluation von Daten (citizen science).
weiterlesen Im Wettstreit um Aufmerksamkeit und Teilhabe übernehmen die Medien eine Mittlerrolle. Wir wollen Wirkungsmechanismen und gute Beispiele präsentieren, wollen die Kommunikationsstrategien zwischen Alarm, Betroffenheit und Prognostik offen legen und die Konzeptideen im Wettbewerb um Qualität und Quoten zeigen. Wie funktionieren die Medien im Zeitalter der Wissensgesellschaft und ihrer verlockenden Benutzeroberflächen. Wie geht es weiter mit der Konvergenz der Themen, Disziplinen und Diskurse, die Brücken schlagen zwischen Natur- und Geisteswissenschaften, Technologie und den Künsten?
Zu diesem Zweck wollen wir die Player dieser neuen Wissenswelten im Senckenberg Naturmuseum zu Gast haben. Wir wollen von Ihnen wissen, wie der Betrieb funktioniert, was die Zukunft bringt. Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung wirkt seit fast 200 Jahren selbst an der Popularisierung der Wissenschaften mit. Exhibit Nature & Explain Science soll den „state of the art“ reflektieren.
Von ihnen erhoffen wir uns Einsichten und neue Perspektiven auf das Thema. Das Museum könnte im rasanten Strukturwandel der Medien der gesellschaftliche Ort sein, an dem wichtige Zukunftsthemen verhandelt werden. Ein Ort, an dem Forscher, Vermittler, Fach- und Laienpublikum einander begegnen. Gerade Naturmuseen könnten die „Opernhäuser“ einer neuen wissenschaftlichen Diskurs-Kultur sein. „Exhibit Nature & Explain Science“ ist dafür als eine Generalprobe vorgesehen.
Der zweite Tag gehört ganz den Themen Szenographie und Architektur. Die Ausbaupläne für Senckenberg am Standort Frankfurt beflügeln das Nachdenken über neue Wissensräume und zeitgemäße Raumprogramme. Wie lassen sich die Systemzusammenhänge und Entwicklungsdynamiken der Natursysteme darstellen und erlebbar machen? Wie sieht ein Museumskomplex aus, der als „Opernhaus“ des öffentlichen Diskurses über Wissenschaft funktionieren kann? Der zweite Tag diskutiert gleichsam die Schale für die Inhalte des ersten Tages.