Projekt Senckenberg – Masterplan I : Sanierung "Alte Physik" und "Jügelbau" |
Der Bund und das Land Hessen investieren 116,8 Millionen Euro in dieses Projekt. Den entsprechenden Bewilligungsbescheid wird die Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Eva Kühne-Hörmann, dem Präsidenten der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Dietmar Schmid, am Freitag, den 29. Juni 2012 übergeben.
Video-Impressionen zum Projekt Senckenberg
"Projekt Senckenberg" geht an den Start
Jetzt wird es konkret: Das Senckenberg Naturmuseum wird umgebaut. Mit dem Kongress „Exhibit Nature & Explain Science“ ist der Startschuss gefallen. Museums-Experten, Ausstellungs-gestalter und Architekten trafen sich zu einem „Kreativgipfel“ in Sachen Naturmuseum der Zukunft. Neben dem Masterplan II, der den Erweiterungsbau des Museums umfasst, erhalten mit dem Masterplan I auch die Wissenschaftler und die Sammlungen Senckenbergs neue Räume in den freigewordenen Gebäuden der „Alten Physik“ und der Goethe-Universität. Mit diesen beiden Vorhaben geht das „Projekt Senckenberg“ an den Start. Dietmar Schmid, Präsident der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung und Generaldirektor Volker Mosbrugger stellten den Stand der Planung vor.

Masterplan II
Senckenberg wird das Ausstellungskonzept des Naturmuseums in Frankfurt grundsätzlich überarbeiten und die Ausstellungsfläche erheblich erweitern. Bis zum 200-jährigen Jubiläum der Gesellschaft ist eine weitgehende Umsetzung des sogenannten „Masterplan II“ zur Realisierung des Erweiterungsbaus geplant. „Naturmuseen erfüllen eine besondere Aufgabe. Sie können Handlungsweisen aufzeigen, die einen respektvollen Umgang mit der
Erde ermöglichen – über Information, Präsentation, Interaktion und in enger Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Forschung“, so Präsident Dietmar Schmid. „Naturmuseen müssen in Zukunft aus der Flut von negativen wie auch positiven Informationen diejenigen herausfiltern, thematisieren und erklären, die relevant für die Gesellschaft und den einzelnen Menschen sind,“ fügt Generaldirektor Volker Mosbrugger hinzu. weiterlesen
Die Umsetzung des Masterplanes II sieht den Abriss eines Teils des südlichen Gebäudeflügels und des Museumssaals der Wale und Elefanten vor. Auf der Westseite des Senckenberg-Areals wird die Gesellschaft einen Museums-Erweiterungsbau errichten, so dass die gesamte Museumsfläche 12.000 bis 13.000 Quadratmeter betragen wird. Für den Neu- und Umbau sind zirka 35 Millionen Euro kalkuliert. Die Kosten der szenografischen Ausgestaltung belaufen sich auf etwa 11 Millionen und der Umbau des bestehenden Museums auf etwa zehn Millionen Euro. Diese Mittel müssen zu einem großen Teil aus Eigenmitteln der Gesellschaft und aus Spenden aufgebracht werden.
Die Konzeptionsphase soll Ende 2013 abgeschlossen sein, die Auswahl der Architekten und Planer bis Ende 2014 erfolgen. Die anschließende Planungsphase endet voraussichtlich Ende 2015; fertiggestellt werden soll der Bau 2017 bis 2019. Damit dieser museale Teil von „Senckenberg – World of Biodiversity“ Realität werden kann, wird ein neues integratives Museumskonzept entwickelt, das die Großthemen „Kosmos – Erde – Mensch – Zukunft“ abbilden soll.
Wie ist unsere Welt entstanden und was hält sie zusammen? Um diese Frage geht es im Bereich Kosmos: Die Entstehung der Materie und des Universums, die Entwicklung der Sonnensysteme und Planeten, Zeit- und Zeitmessung, Meteoriten, Weltraumwetter und Klimawandel aus dem All und die Eroberung des Weltraums sind die Themen dieses Ausstellungsteils. Ein wesentliches Element ist ein modernes Planetarium mit 150 Plätzen, das Senckenberg gemeinsam mit dem Physikalischen Verein betreiben wird.
Der Bereich Erde widmet sich der Kernfrage: Wie funktioniert unsere Umwelt und welche Rolle spielt der Mensch in ihr? Die Entwicklung des Systems „Erde-Leben“ in den letzten vier Milliarden Jahren steht hier im Zentrum. Anhand außergewöhnlicher Exponate wird gezeigt, dass Ozeane, Gebirge, Ressourcen, Biodiversität und Ökosysteme, Produkte einer komplexen Ko-Evolution von unbelebter und belebter Natur sind, bei der sich alle Bausteine
der Natur gegenseitig beeinflussen. Erst vor diesem Hintergrund lassen sich Eingriffe des Menschen in seine Umwelt verstehen und Handlungsoptionen ableiten.
Die Fragen „Wer sind wir und woher kommen wir?“ thematisiert der Bereich Mensch. Erst vor sechs bis sieben Millionen Jahren haben sich die Entwicklungslinien von Menschenaffen und Menschen getrennt. Von den Schimpansen unterscheiden wir uns in weniger als 2 Prozent des Erbmaterials, und in unseren Gen-Sequenzen sind wir Europäer alle auch ein „bisschen Neandertaler“. Hier kann der Besucher sich selbst als eine biologische Art mit einer wohl dokumentierten Evolutionsgeschichte wahrnehmen, deren Biologie so gut erforscht ist, wie die keiner anderen Tierart.
„Was erwartet uns und was sollen wir tun?“ sind die Fragen der Zukunft. Ängste und Verunsicherung sind heute weitverbreitete Gesellschaftsphänomene. Der „Kontrollraum“, des „Museums der Zukunft“ zeigt, wo Parameter wie Kohlendioxidgehalt, Temperatur oder Bevölkerungsdichte heute stehen und in welche Richtung sie sich in Zukunft entwickeln werden. Hier lässt sich ablesen, wo Handlungsbedarf besteht, aber auch welche Erfolge erreicht werden können und wie sich die heutige Forschung bereits mit den Themen der Zukunft und einem „Erdsystemmangement“ auseinandersetzt.
„Das Naturmuseum will ein Ort sein, an dem unsere Beziehung zur Natur kultiviert wird“, bringt Mosbrugger die Vision auf den Punkt: „Für die Entwicklung Frankfurts zu einer Green City wäre das neue Senckenberg als international renommiertes Forschungsmuseum ein prestigeträchtiges Aushängeschild.“ Das Projekt Senckenberg ist der ambitionierte Plan, mit der Vorbereitung auf das neue Senckenberg Naturmuseum zugleich auch eine breit angelegte Debatte über den kulturellen Umgang mit Naturzusammenhängen einzuleiten. So wird schon während des Vorbereitungsprozesses das Ziel verfolgt, Senckenberg zu einem internationalen Knotenpunkt der Debatte um Biodiversität und Klimaschutz zu entwickeln.
Der Titel „Projekt Senckenberg“ signalisiert den offenen Prozess, in dem sich Senckenberg diesen zukünftigen Aufgaben stellt und soll gleichzeitig zum Mitdenken und Mitmachen einladen. Senckenberg baut seit fast 200 Jahren auf dieses Engagement der Bürgergesellschaft. Symbolisiert wird das Projekt in Gestalt eines Möbius-Bandes (Entdeckung des Leipziger Astronomen August Ferdinand Möbius, 1858), das sich zum Wie ist unsere Welt entstanden und was hält sie zusammen? Um diese Frage geht es im Bereich Kosmos: Die Entstehung der Materie und des Universums, die Entwicklung der Sonnensysteme und Planeten, Zeit- und Zeitmessung, Meteoriten, Weltraumwetter und Klimawandel aus dem All und die Eroberung des Weltraums sind die Themen dieses
Ausstellungsteils. Ein wesentliches Element ist ein modernes Planetarium mit 150 Plätzen, das Senckenberg gemeinsam mit dem Physikalischen Verein betreiben wird.
Der Bereich Erde widmet sich der Kernfrage: Wie funktioniert unsere Umwelt und welche Rolle spielt der Mensch in ihr? Die Entwicklung des Systems „Erde-Leben“ in den letzten vier Milliarden Jahren steht hier im Zentrum. Anhand außergewöhnlicher Exponate wird gezeigt, dass Ozeane, Gebirge, Ressourcen, Biodiversität und Ökosysteme, Produkte einer komplexen Ko-Evolution von unbelebter und belebter Natur sind, bei der sich alle Bausteine der Natur gegenseitig beeinflussen. Erst vor diesem Hintergrund lassen sich Eingriffe des Menschen in seine Umwelt verstehen und Handlungsoptionen ableiten.
Die Fragen „Wer sind wir und woher kommen wir?“ thematisiert der Bereich Mensch. Erst vor sechs bis sieben Millionen Jahren haben sich die Entwicklungslinien von Menschenaffen und Menschen getrennt. Von den Schimpansen unterscheiden wir uns in weniger als 2 Prozent des Erbmaterials, und in unseren Gen-Sequenzen sind wir Europäer alle auch ein „bisschen Neandertaler“. Hier kann der Besucher sich selbst als eine biologische Art mit einer wohl dokumentierten Evolutionsgeschichte wahrnehmen, deren Biologie so gut erforscht ist, wie die keiner anderen Tierart.
„Was erwartet uns und was sollen wir tun?“ sind die Fragen der Zukunft. Ängste und Verunsicherung sind heute weitverbreitete Gesellschaftsphänomene. Der „Kontrollraum“, des „Museums der Zukunft“ zeigt, wo Parameter wie Kohlendioxidgehalt, Temperatur oder Bevölkerungsdichte heute stehen und in welche Richtung sie sich in Zukunft entwickeln werden. Hier lässt sich ablesen, wo Handlungsbedarf besteht, aber auch welche Erfolge erreicht werden können und wie sich die heutige Forschung bereits mit den Themen derZukunft und einem „Erdsystemmangement“ auseinandersetzt.
„Das Naturmuseum will ein Ort sein, an dem unsere Beziehung zur Natur kultiviert wird“, bringt Mosbrugger die Vision auf den Punkt: „Für die Entwicklung Frankfurts zu einer Green City wäre das neue Senckenberg als international renommiertes Forschungsmuseum ein prestigeträchtiges Aushängeschild.“ Das Projekt Senckenberg ist der ambitionierte Plan, mit der Vorbereitung auf das neue Senckenberg Naturmuseum zugleich auch eine breit angelegte Debatte über den kulturellen Umgang mit Naturzusammenhängen einzuleiten. So wird schon während des Vorbereitungsprozesses das Ziel verfolgt, Senckenberg zu einem internationalen Knotenpunkt der Debatte um Biodiversität und Klimaschutz zu entwickeln.
Der Titel „Projekt Senckenberg“ signalisiert den offenen Prozess, in dem sich Senckenberg diesen zukünftigen Aufgaben stellt und soll gleichzeitig zum Mitdenken und Mitmachen einladen. Senckenberg baut seit fast 200 Jahren auf dieses Engagement der Bürgergesellschaft. Symbolisiert wird das Projekt in Gestalt eines Möbius-Bandes
(Entdeckung des Leipziger Astronomen August Ferdinand Möbius, 1858), das sich zum mathematischen Zeichen für die Unendlichkeit formt. Auch das Leben auf der Erde ist eine unendliche Geschichte, die Senckenberg in seinem Museum darstellt und vermittelt. Die Breite des Farbspektrums des neuen Logos versinnbildlicht die Vielfalt des Lebens, die es auch in Zukunft zu erhalten gilt. Das Logo kommt erstmals in der Vorbereitung des Kongresses „Exhibit Nature & Explain Science“ zur Anwendung.
Pressekonferenz: Ausbau des Senckenberg Naturmuseums am Kulturcampus Frankfurt Mittwoch, 6. Juni 2012 um 9.30 Uhr
Es sprachen: Dietmar Schmid, Präsident der Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Prof. Dr. Dr. h. c. Volker Mosbrugger, Generaldirektor Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung, Friedrich von Metzler, Bankhaus B. Metzler, Stv. Vorsitzender des Kuratoriums, Bernd Loewen, Vorstand der KfW Bankengruppe, Helmut M. Bien, Westermann Kommunikation
Die PK fand im Sauriersaal des Senckenberg Naturmuseums, Senckenberganlage 25, 60325 Frankfurt am Main, statt.
weiterlesen Am 6. Juni 2012 geht mit der Pressekonferenz das Projekt Senckenberg an den Start: Die Zielsetzungen und die Vision für das Senckenberg Naturmuseum der Zukunft werden dort erstmals präsentiert. Die konkreten Schritte zur Umsetzung sowie der Zeitplan für die Realisierung werden vorgestellt.
Ab 11.00 Uhr beginnt die Museums-Convention „Exhibit Nature & Explain Science“ in der Aula im Jügelbau (Moderation: Gert Scobel). Journalisten, Medien-Experten, Museums-Fachleute, Ausstellungsgestalter, Architekten und Designer werden zwei Tage lang über Bedürfnisse, Notwendigkeiten und Ansprüche, neue Medien und Exponate, aktuelle Ausstellungskonzepte, Planungen und Erfahrungen an anderen Standorten und über die Rolle des forschenden Naturmuseums informieren und diskutieren.
Am Abend des 6. Juni ist das interessierte Publikum für 20.00 Uhr eingeladen, den ersten Science Slam im Sauriersaal (Organisation: Physikalischer Verein) zu erleben und damit an der Auftaktveranstaltung für das Projekt Senckenberg teilzunehmen.
Nach der Pressekonferenz besteht Gelegenheit zum persönlichen Gespräch und Interviews.
Projekt Senckenberg – In der Tradition der Bürgergesellschaft
Mehr als die Hälfte der Menschheit lebt mittlerweile in Städten, Tendenz rasant steigend. Es wächst unsere Distanz zur Natur. Die natürlichen Grundlagen des Lebens verstehen sich nicht mehr von selbst. Damit ergeben sich neue Herausforderungen, aber auch Chancen, diese Distanzen zu überbrücken: Das Wissen um die Wirkungszusammenhänge in der Natur wird umso interessanter und faszinierender, je weiter sich unsere Gesellschaften von einem „natürlichen“ Umgang mit Natur entfernen. Das Wissen um die Natur ist aber auch eine Voraussetzung dafür, dass wir verantwortungsvoll mit ihr umzugehen lernen.
Bildungseinrichtungen, Medien und Museen stehen damit vor der dringenden Aufgabe, mit dieser Entwicklung Schritt zu halten. Mit dem Bedürfnis und der Notwendigkeit, die Natur kennen zu lernen und besser zu verstehen, etabliert sich eine neue Themenwelt für alle, die naturwissenschaftliches Wissen erarbeiten, aufbereiten und präsentieren. Das reicht von Ausstellungen über neue Sende-Formate bis hin zu touristischen Angeboten.
Zugleich veröffentlichen Wissenschaftler tagtäglich neue Erkenntnisse über Biodiversität, Evolution, Klimawandel und die Stoffkreisläufe, in die wir involviert sind. Forschungsvorhaben, die unsere Weltsicht erweitern, vielleicht auch in Frage stellen und bisweilen auch die Ethik herausfordern, wollen öffentlich diskutiert und von den Bürgern verstanden werden. Wissenschaftskommunikation muss daher auch dazu beitragen, eine bessere Akzeptanz der Forschung und ihrer Finanzierung zu erreichen.
Senckenberg: Forschung und Vermittlung
Die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung ist eine der weltweit bedeutendsten naturwissenschaftlichen Forschungsinstitutionen in den Bio- und Geowissenschaften. Auf Initiative von Johann Wolfgang von Goethe 1817 von Frankfurter Bürgern gegründet, ist es die satzungsgemäße Mission der Gesellschaft, „Naturforschung zu betreiben und die Ergebnisse der Allgemeinheit durch Vorträge, Veröffentlichungen und ein Museum zu vermitteln;“ Die Gesellschaft trägt den Namen des weitsichtigen Frankfurter Arztes und Mäzens Johann Christian Senckenberg (1707 – 1772), der sein Vermögen einsetzte, um „der Wissenschaft einen Tempel zu bauen“.
Heute verzeichnet die Gesellschaft eine wachsende „Fangemeinde“ von fast 5.000 Mitgliedern. Senckenbergist mit 10 Standorten in 6 Bundesländern längst über die Grenzen von Frankfurt hinausgewachsen und erforscht mit annähernd 1.000 Mitarbeitern weltweit die Natur von der Tiefsee bis zu den Hochgebirgen, von den Polarzonen bis zu den Tropen. Und Senckenberg vermittelt in drei Museen die wissenschaftlichen Ergebnisse seriös und attraktiv zugleich.
Mit seiner breiten Expertise in Naturforschung ist Senckenberg der Spezialist für die Erforschung der Evolution und Funktion der Tiere und Pflanzen, der Lebensräume sowie der Dynamik der Erde und des Klimas.
Hochaktuelle, gesellschaftlich und wirtschaftlich wichtige Probleme wie etwa das gegenwärtige Massenaussterben von Arten, nachhaltige Nutzung von Ökosystemen oder Klimawandel stehen im Fokus und haben über die letzten Jahre ein beispielloses Wachstum von Senckenberg ermöglicht. Jüngstes Beispiel ist der Aufbau des Biodiversität und Klima Forschungszentrum (BiK-F) gemeinsam mit der Goethe Universität, an dem über 100 Wissenschaftler tätig sind. Umfangreiche, einmalige Sammlungen mit mehr als 35 Millionen Serien dienen dabei als unverzichtbare Forschungsinfrastruktur. In den Senckenberg-Museen lassen sich jährlich über 500.000 Besucher von diesen Forschungsthemen und -sammlungen begeistern. In der Tat gilt: „Senckenberg – World of Biodiversity“.
Senckenberg: World of Biodiversity
Das Herzstück von Senckenberg ist und bleibt das traditionsreiche Frankfurter Haus, das 1907 als Forschungs- und Museumsgebäude bezogen werden konnte und ikonographisch die Senckenberg Gesellschaft für Naturforschung repräsentiert. Einmalige Erweiterungschancen ergeben sich für diese expandierende Institution durch den Wegzug der Goethe-Universität aus dem „Campus Bockenheim“. Dadurch werden ab 2012/2013 die bisher von der Universität belegten Nachbargebäude des Museums für eine Nutzung durch Senckenberg frei. Über 100 Millionen Euro investieren Bund und Land Hessen, um die nach der universitären Nutzung freiwerdenden insgesamt 23.000 qm für die senckenbergischen Forschungen und Sammlungen optimal herzurichten.
Um auch das Museum entsprechend vergrößern zu können, wird die Gesellschaft aus eigener Kraft auf der Westseite des Senckenberg-Areals einen Museums-Erweiterungsbau von etwa 7.000 qm errichten, so dass die gesamte Museumsfläche schließlich 14.000 qm betragen wird.
Kosmos – Erde – Mensch – Zukunft
Damit dieser museale Teil von „Senckenberg – World of Biodiversity“ Realität werden kann, wird ein neues integratives Museumskonzept entwickelt, das die Themenblöcke „Kosmos – Erde – Mensch – Zukunft“ abbilden soll. Mit der inhaltlichen Rahmung soll ein systemisches Verständnis der Entwicklung unseres Universums, seiner abiotischen und biotischen Komponenten einschließlich des Menschen, erlebbar werden und so beim Besucher ein „evolutionäres Selbstverständnis“ entstehen lassen: Homo sapiens ist weder teuflischer Zerstörer der Natur noch allmächtiger, Gott-gleicher Ingenieur, sondern ein Produkt der Evolution und damit Bestandteil der Natur; Kultur ist im weitesten Sinne die Erfindung des Menschen, um sich mit der Umwelt, der Natur auseinanderzusetzen. Es liegt also in der Verantwortung des Menschen, die Zukunft so zu gestalten, dass – ganz im Sinne des ökologischen Imperativs von Hans Jonas – ein „menschenwürdiges (Über-)Leben“ nachhaltig möglich wird.
Diesem ambitionierten Ziel dient das Projekt Senckenberg: integrative Naturforschung auf internationalem Spitzenniveau nicht nur zu betreiben, sondern auch zu vermitteln – im Interesse unserer aller Zukunft. Senckenberg fügt sich damit ein in die geplante Entwicklung des Kulturcampus Frankfurt und bildet zugleich dessen Ausgangspunkt. Die inhaltliche Ausrichtung des Projektes Senckenberg in Architektur und Szenographie sichtbar werden zu lassen, ist die große Herausforderung.
Im Jahre 2017 feiert Senckenberg sein 200-jähriges Jubiläum der Gründung. Ein günstiger Augenblick, Senckenberg neu zu justieren. weiterlesen